Inspirierende Begegnungen mit der schwedischen Kirche

Studienreise Schweden
Bildrechte: Büro des Regionalbischofs

Regionalbischof Klaus Stiegler und die Dekan:innen des Kirchenkreises Regensburg auf Studienreise in die Partnerdiözese Skara

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Schweden machten sich die Dekan:innen der acht Dekanatsbezirke des Kirchenkreises Regensburg unter Leitung von Regionalbischof Klaus Stiegler zu einer Studienreise in die Partnerdiözese Skara auf.
Erst drei Tage vorher unterzeichneten dort Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Bischof Åke Bonnier die neue Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Bayerischen Landeskirche und der Schwedischen Kirche.

Regionalbischof Klaus Stiegler wählte schon im vergangenen Jahr die Diözese Skara als Ort für den Auslandskonvent der neun Dekan:innen des Kirchenkreises Regensburg aus. „Die Konferenz der Dekan:innen im Kirchenkreis Regensburg beschäftigt sich stetig mit aktuellen Herausforderungen der sich veränderten Kirche und deren Konsequenzen für das Führen und Leiten auf der mittleren Ebene. Schon in meiner Zeit als Dekan von Schwabach im Kirchenkreis Nürnberg hatten wir intensive Kontakte und Begegnungen mit Vertereter:innen der schwedischen Kirche. Die wertvollen Impulse daraus sind Anlass für den Auslandskonvent der Dekan:innen des Kirchenkreises Regensburg.

Die Begegnungen führten in die Gemeinden Lidköping und Alingsås. Trotz der beginnenden Sommerferien kam es zu wertvollen Begegnungen und Austausch mit haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden.
In Lidköping erlebte die Gruppe aus Bayern eine berührende dreisprachige Andacht in Deutsch, Englisch und Schwedisch in der Nicolaikirche unter Leitung von Kyrkoherde Karin Enerbäck. Nach dem Gottesdienst kam es zum intensiven Austausch mit rund 20 Mitarbeitenden der Kirchengemeinde, die einen guten Einblick in die Strukturen und alltägliche Gemeindearbeit gaben. In Schweden gibt es keinen Religionsunterricht in den Schulen. Um Kinder und Jugendliche zu erreichen, gibt es eine sehr professionelle Konfirmanden- und kirchenmusikalische Arbeit. „Es war beeindruckend zu erfahren, mit welch anderer inhaltlicher Ausrichtung diese Arbeit geschieht und welche Möglichkeiten darin für den Gemeindeaufbau stecken“, resümiert der Regionalbischof die Ergebnisse des Treffens.

In Alingsås kam es zur Begegnung mit dem Team der Hauptamtlichen, die erst im Mai für zehn Tage das Dekanat Schwabach besuchten. Die beiden Pfarrerinnen, die Kirchenmusikerin und Pädagogin nahmen dort am Arbeitsalltag verschiedener Kirchengemeinden teil. Beeindruckend war für sie die Arbeit der Prädikant:innen in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, besteht doch die schwedische Kirche vor allem aus hauptamtlich Mitarbeitenden. „Gut ausgebildete Ehrenamtliche, die Gottesdienste übernehmen können, ist eine wertvolle Idee, die wir in der schwedischen Kirche weiterverfolgen wollen“, sagt Kyrkoherde Katarina Egfors Härnring.

Der letzte Tag der Studienreise führte nach Göteborg zur Begegnung mit Domprobst Stefan Hiller. Hiller, der aus Deutschland stammt, kennt beide Kirchen gut. Mit ihm reflektierten die Dekan:innen ihre Eindrücke, verglichen die Strukturen und Arbeitsweisen der beiden Kirchen. Es wurde deutlich, dass beide Kirchen vor ähnlich großen Herausforderungen stehen, wie Kirchenmitgliedschaft, Umgang mit leerstehenden oder sanierungsbedürftigen Gebäuden und   dem schwindenden Stellenwert der Kirche in der Gesellschaft.
Regionalbischof Klaus Stiegler zeigte sich sehr beeindruckt: „Die Begegnungen mit Christ:innen in Schweden war berührend und bereichernd. Der Blick hat sich geweitet. Wir sind im Glauben und der Verantwortung für die Kirche miteinander verbunden. Ich bin dankbar für die Offenheit, die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die wir erleben durften. Es gibt erste Ideen, wie wir die geknüpften Kontakte mit den schwedischen Gemeinden fortführen wie z.B. mit kirchenmusikalischen Projekten oder der Jugendarbeit.“
Die Begegnungen und Erkenntnisse aus der Studienreise sollen die Arbeit der Dekan:innen auf Kirchenkreisebene noch weiter beschäftigen, sagt der Regionalbischof. „Wir gestalten Kirche in einer sicher veränderten Gesellschaft. Solche Begegnungen helfen, uns bewusster zur werden, welche unserer Traditionen wertvoll sind und fortgeführt werden sollten. Und wir haben frische Impulse erhalten, wo und wie wir mit unserem Auftrag Menschen neu ansprechen können.“


Margot Huyskens
Referentin des Regionalbischofs im Kirchenkreis Regensburg