Evangelischer Religionsunterricht - Unterricht unter erschwerten Bedingungen
Evangelischer Religionsunterricht in der Diaspora
Zusammenlegung von Unterrichtsgruppen: Dilemma und Chance
Wenn der Religionsunterricht am Nachmittag ist?
Evangelisch – und trotzdem Teilnahme am katholischen Religionsunterricht?
Wer unterrichtet
evangelische Religion?
Kirchliche Ansprechpartner: die Schulbeauftragten in den Dekanatsbezirken
Ansprechpartner im Kirchenkreis: der Kirchenkreis-Schulbeauftragte
Evangelischer Religionsunterricht in der Diaspora
Evangelischer Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach an allen Schulen.
Er ist im Grundgesetz und in der bayerischen Verfassung ausdrücklich
geschützt. Ihn besuchen alle evangelischen Schülerinnen und
Schüler. Der Religionsunterricht wird vom Staat (organisatorisch
und finanziell) und der Kirche (inhaltlich) gemeinsam verantwortet. Er
ist konfessionell getrennt, aber ökumenisch offen.
Ziele des Religionsunterrichts sind die Ermutigung zum Leben, die Verantwortung
für Gottes Schöpfung, die Vermittlung von ethischer Orientierung,
die Einübung von Gemeinschaft und die Bereitschaft zu Vergebung und
Versöhnung
Zusammenlegung von Unterrichtsgruppen: Dilemma und Chance
Die Zahl der evangelischen Schüler und Schülerinnen ist in unserer
Region häufig gering. Deswegen müssen Kinder und Jugendliche
aus verschiedenen Klassen zu einer Unterrichtsgruppe zusammengefasst werden
(Foto: eine Grundschulklasse im Bayerischen Wald).
Die – größere – katholische Gruppe bleibt im Klassenzimmer,
während die Kinder für evangelische Religion in einen anderen
Raum gehen. Meistens werden Kinder aus einer Jahrgangsstufe (also z.B.
aus allen 5. Klassen) zusammengefasst. Oft müssen aber auch zwei
Jahrgänge kombiniert, damit eine richtige Unterrichtsgruppe möglich
wird (z.B. 5. und 6. Jahrgangsstufe).
Diese Praxis ist ein Dilemma, kann aber auch eine Chance sein. Manchmal
kann ein eigener Raum für evangelische Religion reserviert werden.
Dann können die Unterrichtenden diesen Raum auch besonders einrichten
oder Unterrichtsmaterialien und Bilder über einen längeren Zeitraum
hängen lassen.
Schwierig wird es, wenn zu viele Jahrgänge zusammengefasst und dann
noch sehr große Gruppen gebildet werden. In einer Gruppe von 25
oder gar 30 Kindern aus den Klassenstufen 1 bis 4 oder gar 5 bis 9 ist
pädagogisch sinnvolles Arbeiten nicht mehr möglich. Auch wenn
eine solche Praxis manchmal aus der Not nicht vorhandener Lehrkräfte
geboren ist, soll die Zusammenlegung verschiedener Jahrgänge auf
ein pädagogisch vertretbares Maß reduziert werden. Die Schulbeauftragten
der Evangelischen Kirche sind dazu die richtigen Ansprechpartner.
Wenn der Religionsunterricht am Nachmittag ist?
Ein besonders Problem entsteht, wenn die Kinder aus so vielen verschiedenen
Klassen herausgenommen werden müssen, dass der evangelische Religionsunterricht
am Nachmittag stattfinden muss. Das ist an ländlichen Schulen manchmal
unumgänglich. Zwar ist dies ein ernst zu nehmender Nachteil für
die Kinder, dass sie auch noch einen Nachmittag für den Schulunterricht
freihalten müssen. Auch hier bemühen sich die Lehrkräfte
jedoch, den Unterricht mit spielerischen und kreativen Elementen so interessant
und kurzweilig wie möglich zu gestalten. Dies ist bei den dann meist
üblichen Blockstundenmodellen auch leichter möglich als in den
dreiviertelstündigen Schulstunden.
Evangelisch – und trotzdem Teilnahme am katholischen Religionsunterricht?
Für Religionsangehörige einer Konfession, für die an bayerischen
Schulen entsprechender Religionsunterricht eingerichtet ist, ist der bekenntnisgebundene
Religionsunterricht Pflichtfach. Für andere Konfessionen, Religionen
und Religionslose gibt es den Ethikunterricht.
Ein Wechsel evangelischer Kinder in den katholischen Religionsunterricht
– etwa weil dieser am Vormittag und nicht am Nachmittag liegt –
ist deshalb grundsätzlich nicht möglich. Für Ausnahmen
sind die Schulbeauftragten der Kirche zuständig.
Wer unterrichtet evangelische Religion?
Am evangelischen Religionsunterricht sind unterschiedliche Berufsgruppen
beteilgt. Bayernweit wird jeweils etwa die Hälfte von staatlichen
Lehrkräften und kirchlichen Lehrkräften abgedeckt. In der Diaspora
des Kirchenkreises Regensburg sind es mehr kirchliche Lehrkräfte,
da es nur wenige staatliche Lehrkräfte gibt.
- Staatliche Lehrerinnen und Lehrer haben während ihrer Ausbildung Evangelische Religion als Unterrichtsfach oder Didaktikfach studiert. Sie unterrichten an Grund- und Hauptschulen ebenso wie an Realschulen und Gymnasien. Religionsphilologen an Gymnasien unterrichten nicht selten ausschließlich das Fach Religion.
Gemeindepfarrer
haben im Rahmen ihres Dienstauftrages im Durchschnitt 6 Wochenstunden
Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu erteilen. Auch sie
werden im Rahmen des Vikariates dazu ausgebildet, damit sie später
einen qualifizierten Unterricht erteilen können.- Religionspädagoginnen und –pädagogen haben an der Fachhochschule studiert und sind speziell für Religionsunterricht und Gemeindepädagogik ausgebildet. Sie decken häufig den Unterricht an vielen verschiedenen Schulen ab und haben weite Fahrtstrecken zurückzulegen. Manchmal haben sie neben der Schule einen Dienstauftrag in einer Kirchengemeinde.
- Katechetinnen sind nebenamtliche Lehrkräfte, die sich gleichsam auf dem zweiten Bildungsweg qualifiziert haben. Engagierte und kundige Gemeindeglieder bereiten sich in einem zweijährigen Kurs für den Religionsunterricht an Grund- und Hauptschulen vor. Sie sind vor allem an Schulen, in denen manchmal nur 4 Stunden anfallen, das Rückgrat des Religionsunterrichtes in der Diaspora. In der Nachkriegszeit haben Katechetinnen große Teile des gesamten Religionsunterrichtes übernommen (Foto: eine Unterrichtsgruppe in den 50er Jahren).
Kirchliche Ansprechpartner: die Schulbeauftragten in den Dekanatsbezirken
Die evangelische Kirche hat in allen acht Dekanatsbezirken sogenannte
Schulbeauftragte berufen. Sie sind nicht nur für die Organisation
des Religionsunterrichtes in ihrem jeweiligen Dekanatsbezirk zuständig.
Sie halten auch Kontakt zu den Lehrkraften und den Behörden der staatlichen
Schulaufsicht. Sie sind „Prellbock“ bei Beschwerden und vertreten
in ihrer Region die evangelische Kirche in allen Fragen des Religionsunterrichtes.
Im Kirchenkreis Regensburg sind die Verantwortlichen:
Dekanatsbezirk Cham:
Religionspädagoge Klaus Galle
Birkenweg 5, 93426 Roding
Tel: (09461) 5577, Fax: (09461) 7449
Email: ev.bayerwalddekanat@t-online.de
Dekanatsbezirk Ingolstadt:
Pfarrer Michael Murner
Schlichtstraße 18, 85276 Pfaffenhofen
Tel: (0841) 933714 Fax: (0841) 933738
Email: schulreferat.ingolstadt@elkb.de
Dekanatsbezirk Landshut:
Religionspädagoge Oliver Spilker
Klötzlmüllerstraße 2, 84034 Landshut
Tel: (0871) 96213-14, Fax: (0871) 96213-20
Email: spilker.o@web.de
Dekanatsbezirk Neumarkt:
Dipl.Rel.päd.(FH)
Bernd Baran
Hammerwerkstr. 22b, 90592 Schwarzenbruck
Tel: (09128) 7240961, Fax: (09128) 922421
Email: bernd.baran@ev-dekanat.de
Dekanatsbezirk Passau Süd und Rottal-Inn:
Pfarrerin Angelika Bach
Röslerstr. 1, 84140 Gangkofen
Tel: (08721) 1488, Fax: (08721) 12252
Email: angelika.bach@gmx.de
Dekanatsbezirk Passau, Region Stadt und Freyung-Grafenau:
Pfarrer Dieter Martin
Lindenstraße 2, 94036 Passau
Tel: (0851) 81827, Fax: (0851) 9665360
Email: dieter.martin@elkb.de
Dekanatsbezirk Regensburg Stadt und West:
Pfarrer Frank Schäfer
Tel: (0941) 5920116
www.e-kirche.de/evangelisches-schulreferat-regensburg
Email: frank.schaefer@elkb.de
Dekanatsbezirk Regensburg Ost:
Pfarrerin Elke von Winning
Pfarrergasse 5,
93047 Regensburg
Tel. (0941)59 201-15 (Fax -30)
Tel. (09421) 8614440 (Straubing)
Email: winning-team@web.de
Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg:
Kirchenrat Gerhard Gohlke
Stolze-Schrey-Straße 9 a, 92421 Schwandorf
Tel: (09431) 4446, Fax: (09431) 43577
Email: Gerhard.Gohlke@t-online.de
Dekanatsbezirk Weiden:
Pfarrer Dr. Volker Wappmann
Friedrichstraße 16
92648 Vohenstrauß
Tel. (09651) 91348
Email: Volker_Wappmann@web.de
Regionalstelle RPZ:
Ausbildung der LAA Reg.
Oberpfalz/Niederbayern
Pfarrer Thomas Krüger
Fliederweg 3, 92286 Rieden
Tel: (09624) 902900, Fax: (09624) 902904
Email: Thomas.Krueger@asamnet.de
Ansprechpartner im Kirchenkreis: der Kirchenkreis-Schulbeauftragte
Für über den einzelnen Dekanatsbezirk hinausreichende grundsätzliche
Fragen, für die Kontakte zu den Ministerialbeauftragten und für
die Beratungen der Dekanats-Schulbeauftragten zeichnet der Kirchenkreis-Schulbeauftragte
verantwortlich:
Kirchenrat Gerhard Gohlke
Stolze-Schrey-Straße 9 a, 92421 Schwandorf
Tel: (09431) 4446, Fax: (09431) 43577
Email: Schulbeauftragter@Kirchenkreis-Regensburg.de




